Mein Tier

KuscheltierIch leg dir ein Kuscheltier aufs Grab.  Es ist ein Bär, ein gelber mit flauschigen Ohren. Ich setze ihn hoch oben auf den Grabstein, damit er den kompletten Überblick hat. Die Besucher laufen vorbei, ohne ihn zu beachten, weil sie ihren Gedanken nachhängen. Sie sehen ihn nicht, weder die Jungen noch die Alten, weder die Trauernden noch die, deren Trauer in Alltag übergegangen ist.

Der Bär sieht Vögel fliegen, Ameisen und Käfer krabbeln, und beobachtet Würmer, die sich zu deinem Sarg bohren. Nachts sieht er Fledermäuse und Vampire. Zum Glück hat er kein Blut, sondern besteht aus Watte, weshalb er  keine Angst haben muss. Aber er fürchtet sich trotzdem, schließlich ist er ganz klein und weich.

Was das soll, fragst du?

Ganz einfach. Er soll dich beschützen, mein Bär, bei dir sein soll er, damit du nicht alleine bist. Schließlich kann ich hier nicht tagein tagaus sitzen und auf dich aufpassen. Das Tier ist mein Botschafter, mein kleiner Wachsoldat, der dich beschützt. Mein Tresor, der dir meine Liebe und Gedanken aufbewahrt. Das ist kein leichter Job. Die Sonne wird sein Fell verblassen, der Regen wird seine Innereien aufweichen. Seine Plastiknase wird abfallen und die Watte wird heraushängen und grau werden. Er wird ein Auge verlieren, vielleicht auch beide, und die Ohren werden an langen Fäden herabgleiten und schließlich abfallen. Er wird mitgenommen und grau aussehen. So mitgenommen und grau, wie es in mir aussieht, seit du nicht mehr bei mir bist.

Erst wenn der Bär in Fetzen von deinem Grabstein hängt, werde ich ihn begraben. Ich werde Samen pflanzen in seinen Wattebauch und in der Erde über dir verbuddeln.

Erst dann kaufe ich einen Braunbären aus Holz. Einen, der abgehärtet ist und resistent gegen Witterung und Schmerz.

(Foto von mir, gesehen auf Westfriedhof München)

 

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Was ist Rot?

Kerstin Klein hat auf ihrem Blog ein schönes Projekt ins Leben gerufen: What is Red for you?

Jeden Tag zeigt, malt, schreibt jemand darüber, was die Farbe Rot für ihn oder sie bedeutet. Das Ganze wird präsentiert in einem schicken virtuellen Moleskin Tagebuch. Freiwillige werden noch gesucht.

Am Sonntag hat sie meinen Beitrag veröffentlicht, den ihr auch hier nachlesen könnt: http://whatisredforyou.blogspot.com/2010/02/red-of-seasons-rot-der-saison.html

feb28

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Unser neues Buch ist da!

Endlich: Nach einer kleinen Verzögerung ist die neue espressivo Anthologie “Zwischenstation und 35 andere Hotelgeschichten” jetzt im Mohland Verlag erschienen.

“Honeymoon Fou”, “Polarstern” und “Liebeslieder” sind von mir.

Alles über  ”ZWISCHENSTATION” findet ihr in unserer Pressemitteilung, einen ersten Blick auf die Texte werfen könnt ihr auf unserer Homepage unter Leseproben auf unsere Homepage.

“ZWISCHENSTATION und 35 andere Hotelgeschichten”, herausgegeben von Christopher Kaatz, ist im Mohland-Verlag erschienen, hat die ISBN-Nummer 978-3-86675-111-8 und kann zum Preis von 12,50 Euro überall bestellt werden,
wo es Bücher gibt – u.a. bei Amazon und direkt vom Mohland-Verlag.

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espressivo auf facebook

Achtung, Achtung: Die Autorengruppe espressivo hat jetzt eine Facebook Seite.

Hier informieren wir regelmäßig über unsere Lesungen, Veröffentlichungen und weisen auf Neuigkeiten auf unserer schicken Webseite http://www.autorengruppe-espressivo.de hin. Des weiteren gibt es Fotos von unseren Büchern, bald auch Fotos der Autoren, Links zu unseren individuellen Webseiten und vieles vieles mehr.

Also, haltet Euch auf dem Laufenden, werdet Fans von espressivo auf Facebook und verpasst nie wieder eine Lesung. :-)

http://www.facebook.com/pages/Autorengruppe-espressivo/299753676735

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Rosa Morde und schallende Verse

Am kommenden Sonntag, 17. Januar, lese ich um 20 Uhr auf der Rosa Couch, im Sub in der Müllerstrasse 43, München. Eintritt: frei.

Diesmal wird auf der Rosa Couch gemordet, was das Zeug hält: Es ist Krimiabend!

Ich und Jan-Eike Hornauer (der den selben schönen Nachnamen hat wie ich, aber nicht mit mir verwandt ist) lesen unsere Krimis aus der Anthologie Mortus in Colonia. Ausserdem liest R.W. Matz etwas Mörderisches. Moderation: Martin Skerhut.

Wer nächste Woche Lust auf eine weitere Lesung hat, dem kann ich wärmstens Jan-Eike Hornauers Sololesung am Donnerstag, 14.Januar, empfehlen. Er liest komische Gedichte aus seinem Buch Schallende Verse, sowie nachdenkliche, unterhaltsame Kurzgeschichten. Eikes Gedichte sind originell und amüsant, stehen in der Tradition von Morgenstern und Ringelnatz, und machen selbst Lyrikmuffeln wie mir Spaß.  Für die musikalische Umrahmung sorgt Vollblutgitarrist Wolfgang Hilmer.

Ich werde im Publikum sitzen und freue mich schon darauf.

Start: 19:30

Giesinger Kulturcafe,

Tegernseer Landstrasse 96

München (U-Bahn Silberhornstrasse)

Eintritt: 5 Euro

www.giesinger-kulturcafe.de

www.textzuechterei.de

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